Verkaufen – ein Erklärungsversuch

Ein wichtiger, wenn nicht sogar der wichtigste Teil meines neuen Daseins als Schriftstellerin ist das Marketing. Irgendwie müssen die Leute ja mitbekommen, dass ich ein Buch geschrieben habe, dass das nächste Buch schon in Arbeit ist und überhaupt noch viele interessante Geschichten folgen werden.

Was also tun? Es bleibt mir nichts anderes übrig: ich muss für mein Buch Werbung machen.

Dabei gibt es leider zwei Probleme.

  1. Ich bin die schlechteste Verkäuferin der Welt
  2. Eigenlob stinkt

Vor kurzem sollte ich einmal aufzählen, was ich alles für Jobs (bezahlt oder unbezahlt) gemacht habe, bevor ich Schriftstellerin geworden bin. Hier ist die Liste:

  • Zeitungen austragen
  • Brötchen verkaufen
  • Computerspiele programmieren
  • Regieassistenz im Theater
  • Webseiten programmieren
  • Promotion im Supermarkt
  • IT Beratung
  • Kellnern
  • Praktikum bei einem Weingroßhändler
  • SAP Beratung
  • Photovoltaikanlagen verwalten
  • Lichtdesign

 

Im Laufe der Zeit habe ich so einiges gelernt. Ich kann eine ganze Menge, zwar nichts besonders gut aber auf ein solides „mittelmäßig“ würde ich mich schon einlassen. Was ich hingegen wirklich nicht kann, ist verkaufen.

Wenn mir ein Kunde sagt: “Das Produkt XY brauche ich eigentlich nicht”, bin ich der erste, der antwortet: „Ja, kann ich verstehen.“

Immer wieder habe ich gehört, dass es nur darauf ankommt, ein Produkt anzubieten, das ich selbst richtig gut finde, dann würde das mit dem Verkaufen schon besser laufen. Hoffen wir, dass diese Leute recht haben, denn ich finde mein Buch selbst richtig gut und würde es gerne verkaufen – denn nur dann kann ich weiterschreiben und darauf kommt es mir als Schriftstellerin an.

(Mehr zu diesem Thema im Beitrag „Wie gut, dass ich ein Künstler bin)

 

Aber da kommt auch schon das zweite Problem: Eigenlob stinkt!

Als Rapper ist es absolut in Ordnung, wenn nicht sogar notwendig, von sich zu behaupten, man sei der Größte und Tollste und habe selbstverständlich das längste Fortpflanzungsorgan aller Zeiten und dazu eine Horde von willigen Weibchen, die sich nichts sehnlicher wünschen als in den Genuss eben jenes langen Dings zu kommen.

Auch als Influencer auf Twitter, YouTube oder Instagram ist die Selbstinszenierung mittlerweile gang und gäbe. Aber irgendwie ist mir das unangenehm. Man soll doch bescheiden sein und sich nicht so in den Vordergrund spielen. Keiner mag Angeber – jedenfalls dachte ich das, bis ich gehört habe, dass es wirklich Leute gibt, die die Songs von KayOne kaufen. Dazu übrigens eine tolle Parodie von Jan Böhmermann zum Thema Ich hab Style und das Geld.

 

Jetzt aber wieder zurück zu mir. Denn ich will mich ja verkaufen!

Nein, halt! Ich will nicht mich verkaufen. Ich möchte mein Buch verkaufen. Deshalb muss ich mein Buch als Produkt betrachten und den Teil von mir der Schriftstellerin ist, als Produzentin eben jendes Produkts. So kann ich abstrahieren. So ist es in Ordnung, von der Schriftstellerin Theresa Hannig zu behaupten, sie habe ein gutes Buch geschrieben.

Meine Güte ist das kompliziert. Kauft halt einfach mein Buch. Man kann es durchaus lesen.

 

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Patricia
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Patricia

Hallo Theresa,

Mit deinem interessanten Hintergrund, können wir nicht warten, um dein Buch zu lesen!
Sicherlich wird ein ” Eye opener” !