Lesung in der Gemeindebücherei Dinkelscherben – Gedanken zur Figur Samson

Am Mittwoch, 17.10.2018 war ich zur Lesung in der Gemeindebücherei Dinkelscherben. Ich finde, dass Veranstaltungen in Büchereien immer ein ganz besonderes Flair haben. Es riecht nach Papier und Leim, überall in den Regalen stehen alte Bekannte („Winnetou“ oder auch „Die kleine Hexe“), lang verdrängte Niederlagen (den „Mann ohne Eigenschaften“ habe ich nie zu Ende gelesen) oder auch Bücher, die man schon als Kind immer wieder ausgeliehen hat, und auch jetzt am liebsten wieder mitnehmen würde (Asterix-Comics zählen hier auch!).

Es war eine richtig schöne gemütliche Runde. Der Altersdurchschnitt war dieses Mal deutlich höher, als bei den anderen Lesungen, was sich dadurch bemerkbar gemacht hat, dass fast alle WhatsApp benutzen, niemand aber sonst mit sozialen Medien in Berührung kommt.

In der Diskussion nach der Lesung gab es eine Frage, die ich bisher noch nicht gehört hatte: Warum ist Samson – obwohl seine Eltern so sehr gegen das System sind – so ein glühender und niemals zweifelnder Verfechter der herrschenden Optimalwohlökonomie Ich übte mich in Erklärungsversuchen, mutmaßte, dass Samson wohl nicht trotz sondern wegen der ablehnenden Haltung seiner Eltern so ein systemtreuer Spießer geworden war… doch so richtig überzeugte mich das selbst nicht. Es gibt im Buch wenig Hintergrundinformationen zu Samson, wenig über seine Kindheit und Jugend. Eigentlich wird nicht erklärt, wie er und seine Eltern so weit auseinanderdriften konnten. Schlussendlich musste ich mir eingestehen, dass das wohl zu den Schwächen meines Debüts gehört: Dass die Charaktere einfach nicht fein genug ausgearbeitet sind. Ich gelobe Besserung!

Vielleicht ist das ja noch ein Kapitel, das im zweiten Buch ausgearbeitete werden sollte.

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