10 Jahre Autorinnendasein: 2016-2026

DIE OPTIMIERER

Vor ziemlich genau 10 Jahren hat dieser Brief mein Leben vollkommen verändert. Grund genug einmal zurückzublicken und zu schauen, was seitdem literarisch passiert ist. Ich habe mit dem Manuskript für „Die Optimierer“ den 1. Stefan Lübbe Preis gewonnen und damit einen Verlagsvertrag für mein Debüt. Die Preisverleihung auf der Frankfurter Buchmesse war für mich die Erfüllung eines Kindheitstraums. Ein Jahr später veranstaltete ich in der Neuen Bühne Bruck in Fürstenfeldbruck meine erste große Buchpremiere.

Das Video unserer Szenischen Lesung gibt es tatsächlich immer noch online: https://www.youtube.com/watch?v=N-zprg4WV08

Im Herbst 2017 war ich dann zum ersten Mal als waschechte Autorin auf der Frankfurter Buchmesse. Kaum ein halbes Jahr später wurde „Die Optimierer“ dann auf der Leipziger Buchmesse mit dem Seraph für das Beste Debüt ausgezeichnet. Wow! 2019 erschien die tschechische Version Ideální svět bei Knihy Dobrovsky Omega. Im gleichen Jahr feierte das Theaterstück „Die Optimierer“ von Nicola Bremer dann Premiere im Societaetstheater in Dresden. Was für ein Ritt für mein Erstlingswerk! Allen, die dabei waren, allen, die das möglich gemacht haben und mich auf diesem ersten großen Weg ins Autoriennendasein unterstützt haben möchte ich herzlich und tausendmal danken. Seit 10 Jahren darf ich Autorin sein und liebe alles daran!
Es sind noch tausend andere Sachen passiert… doch davon beim nächsten Mal mehr.

+++++++++

DIE UNVOLLKOMMENEN

Nach dem ersten Roman kam 2019 der zweite: Reines Land

Was, Reines Land? Noch nie gehört? Das liegt daran, dass der Roman diesen Titel nicht tragen durfte. Um nicht in Verdacht zu geraten, eine rechte Leserschaft bedienen zu wollen, hat der Verlag dem Roman den Titel „Die Unvollkommenen“ gegeben.

Dabei ist das Reine Land ein buddhistisches Konzept. In dem Roman, der an die Ereignisse in „Die Optimierer“ anschließt, begleiten wir die Revolutionärin Lila, die in der vermeintlich perfekten Welt der Bundesrepublik Europa versucht, ein totalitäres System, das über den Tod hinausgeht, zu Fall zu bringen.

Zur Buchpremiere des Romans veranstalteten wir eine sehr aufwendige szenische Lesung – eigentlich schon ein Theaterstück mit Film, Soundeffekten und natürlich Schauspieler*innen in der Neuen Bühne Bruck in Fürstenfeldbruck. Den Trailer zu Buch und Lesung gibt’s hier:

https://youtu.be/CUqpYLnxXt0?si=ePR8ehBh8KJIQJJM

Der Roman Unvollkommenen schaffte es dann 2020 auf die Shortlist für den Phantastikpreis der Stadt Wetzlar und auf die Longlist für den Krefelder Preis für Fantastische Literatur.

Kurz vor der Veröffentlichung von „Die Unvollkommenen“ startete ich 2019 ein neues Projekt: Die „Liste Deutschsprachiger Science-Fiction-Autorinnen“ in der Wikipedia – erst gelöscht, dann aufwendig verteidigt und so umstritten, dass sogar das ZDF Neo Magazin Royale darüber berichtete.

https://www.youtube.com/watch?v=HNwz_uaRd64&t=376s

Mittlerweile ist die Liste eine feste Größe in der Wikipedia mit bislang über 54.000 Seitenaufrufen.

Daran schloss sich mein Projekt #wikifueralle an, bei dem ich mich gemeinsam mit anderen Mitstreiter*innen für mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Wikipedia einsetzten.

https://theresahannig.de/wikifueralle/

Die Diskussionen über die Relevanz von Frauen in der Science-Fiction führte dann zu meinem nächsten Projekt #fantastischeFrauen, bei dem ich analysierte, wie hoch der Frauenanteil in der Deutschsprachigen Science-Fiction wirklich ist.

https://theresahannig.de/fantastischefrauen/

In diesem Zusammenhang wurde ich 2023 dann mit dem Tassilo-Kulturpreis der Süddeutschen Zeitung dafür ausgezeichnet, schreibende Frauen in der Öffentlichkeit sichtbarer zu machen.

+++++++++

KÖNIG UND MEISTER

Seit ziemlich genau 10 Jahren bin ich Autorin. Grund genug, zurückzuschauen und Revue passieren zu lassen, was literarisch so alles passiert ist.

Mein dritter Roman war „König und Meister“ – ein Mystery Thriller, in dem Ada König versucht, das dunkle Geheimnis ihrer Familie zu lüften. Der Roman war für mich eine sehr persönliche Auseinandersetzung mit meiner eigenen Familiengeschichte.

Aber wie das so ist im Business, passte der Roman nicht in meine „Autorenhistorie“. Ich war als Science-Fiction-Autorin gelabelt und sollte doch bitte weiterhin Science-Fiction schreiben. Dementsprechend schwierig war es, für den Roman einen Verlag zu finden.

Bei Edition Roter Drache fand „König und Meister“ schließlich seine Heimat und wurde 2021 veröffentlicht.

Corona bedingt gab es diesmal leider keine szenische Lesung zur Premiere und auch keine Präsentation auf einer der Buchmessen.

König und Meister wurde 2021 für den Phantastikpreis der Stadt Wetzlar nominiert und für den Seraph 2022.

Im Herbst 2022 brachten Christina Schmiedel und ich „König und Meister“ dann als Theaterstück auf die Bühne. Wir begnügten uns also nicht mit einer szenischen Lesung sondern nahmen die Story auseinander und fügten sie zu einem eigenen Stück wieder zusammen, das die Geschehnisse um die Familie König aus einer neuen Perspektive erzählt.

Ich war bei der Premiere unendlich aufgeregt und konnte überhaupt nicht einschätzen, ob wir gute Arbeit abgeliefert hatten oder uns in diese Story verrannt hatten.

Fazit des Publikums: Eine ausverkaufte Spielzeit und eine Wiederaufnahme des Stücks und zur nächsten Saison.

Vielen Dank an die Neue Bühne Bruck für das Vertrauen und die Chance, diese Welturaufführung zu inszenieren an die Schauspieler*innen, die das Stück getragen haben und natürlich an Christina Schmiedel für die geniale Inszenierung.

Ähnliche Beiträge

Beginne damit, deinen Suchbegriff oben einzugeben und drücke Enter für die Suche. Drücke ESC, um abzubrechen.

Zurück nach oben