Lesung im Lehmbruck Museum Duisburg

Am Donnerstag, 09.08.2018 habe ich im Lehmbruck Museum in Duisburg eine Lesung meines Romans „Die Optimierer“ gehalten. Ich wurde eingeladen, dort im Rahmen der Ausstellung „Dragonfly Eyes“ des chinesischen Künstlers Xu Bing zu lesen.

Ich habe extra einen früheren Zug genommen, um vor der Lesung noch in Ruhe das Museum besuchen und auch den Film „Dragonfly Eyes“ sehen zu können. Und ich muss sagen, es hat sich gelohnt!

Das Museum ist eine Reise wert: es gibt dort eine Menge außerordentlich interessanter Skulpturen, Bilder und Installationen, von denen ich leider die wenigsten posten darf – man muss schon selber hingehen, und sich ein Bild davon machen.

Oder man bemüht Wikipedia, denn u.a. folgende Kunstwerke sind im Lehmbruck Museum im Original zu besichtigen:

Die Versuchung des Heiligen Antonius von Max Ernst

Kopf in Messing von Rudolf Belling

Das kleine Männchen von Jean Tinguely

Kopf von Dante von Salvador Dalí

 

Und natürlich gibt es vom Namensgeber des Museums – Wilhelm Lehmbruck – auch eine ganze Menge Skulpturen, von denen mich besonders die Mutter mit Kind beeindruckt hat.

 

Aber es gibt noch viele weitere Skulpturen, für deren genaue Betrachtung man ein bisschen mehr Zeit mitbringen muss, als ich am Donnerstag zur Verfügung hatte, denn ich wollte ja auch noch den Film von Xu Bing sehen… wie war der denn nun?

 

„Dragonfly Eyes“: Toll, Spannend, Langweilig, Genial, Schrecklich, Bedrückend, Schockierend…. und er lässt einen nicht los.

Der Film „Dragonfly Eyes“ kommt ohne Schauspieler aus, ohne Set, ohne Kamera. Alle Szenen wurden mit Überwachungskameras aufgenommen, deren Inhalt öffentlich zugänglich ist. So hat Xu Bing verschiedene Szenen zusammengeschnitten, die im wahren Leben nichts miteinander zu tun haben, die aber durch geschickte Kombination und neue Vertonung die Story tragen. Praktisch dabei ist, dass die Auflösung der Kameras so grobkörnig ist, dass es den Zuschauer nicht stört, dass die handelnden Personen gar nicht in jeder Szene dieselben sind. Der Illusion tut das keinen Abbruch. Man folgt der Geschichte, hofft und zittert mit.
Und dann gibt es auch noch: Die Szenen, die inhaltlich gar nichts mit der Story zu tun hatten, die aber Atmosphärisch viel dazu beitragen, dass der Film einen nicht loslässt. Meist ist es eine Aneinanderreihung von katastrophalen Szenen, die man so oder so ähnlich schon auf YouTube gesehen hat und die einen trotzdem immer wieder vollkommen unvorbereitet treffen, gerade weil sie so „random“ sind und man als Zuschauer unfreiwilliger und ohnmächtiger Zeuge der Dinge wird, die eben auch auf diesem Planeten vorkommen, die wir aber ohne die Überwachungskamera nie (in dieser Häufung) miterleben würden. So bleibt am Ende ein dumpfes Gefühl der Hoffnungslosigkeit. Eigentlich kein schöner Abschluss für einen Film, aber trotzdem möchte ich ihn empfehlen, weil er so viel Raum für Überlegungen, Mitgefühl und das eigene Handeln und Denken lässt.

 

Später am Abend habe ich natürlich auch noch gelesen! Die Extra für mich bereitgestellte Tonanlage brauchte ich nicht, denn wir waren in kleiner aber feiner Runde zusammen. Natürlich lese ich gerne vor großem Publikum, aber es ist auch sehr schön, das Mikro zu Seite und den Tisch näher an die Zuhörer rücken zu können und sich vor und nach dem „offiziellen“ Teil noch mit den Zuhörern unterhalten zu können. Ich habe den Abend auf jeden Fall sehr genossen und habe das Gefühl, die Zuhörer auch!

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